
Australische Studie zeigt Ungleichheiten bei der Cannabisdurchsetzung gegen Aborigines
Eine Studie zeigt, dass Aboriginal Australians bei Cannabisdelikten härtere Strafen als Nicht-Aboriginals erhalten, was systematische Vorurteile im Zuge der Legalisierungsdebatten verdeutlicht
Key Points
- 1Studie zeigt, dass Aboriginal Australians härtere Cannabisstrafen erhalten
- 2Nur 11,7 % der Aboriginal-Täter erhalten Polizeiwarnungen
- 3Die Grünen setzen sich für eine nationale Cannabislegalisierung in Australien ein
- 4Legalisierung könnte erhebliche wirtschaftliche Vorteile bringen
- 5Systematische Vorurteile in der rechtlichen Durchsetzung müssen angegangen werden
Eine aktuelle Studie des New South Wales Bureau of Crime Statistics and Research (BOCSAR) hebt signifikante Ungleichheiten in der Behandlung von Aboriginal Australians im Vergleich zu Nicht-Aboriginals bei cannabisbezogenen Straftaten hervor. Die Studie analysierte Daten von über 38.000 Vorfällen mit mehr als 27.000 erwachsenen Tätern zwischen Januar 2017 und Februar 2020. Sie stellte fest, dass Aboriginal-Täter weitaus seltener von der Polizei gewarnt wurden, wobei nur 11,7 % diese milde Form der Sanktion erhielten, im Vergleich zu 43,9 % der Nicht-Aboriginal-Täter
Die Ergebnisse deuten auf systematische Vorurteile bei der Durchsetzung der Cannabisgesetze hin, was durch die Tatsache unterstrichen wird, dass nur 39,5 % der berechtigten Aboriginal-Täter eine Warnung erhielten. Diese Ungleichheit verdeutlicht die Herausforderungen, denen Aboriginal-Gemeinschaften im Rechtssystem gegenüberstehen, wo Alternativen zur Strafverfolgung seltener angewendet werden. Die Studie erscheint inmitten wachsender politischer Bemühungen, die Cannabisgesetze in Australien zu reformieren, wobei bedeutende Diskussionen über die Legalisierung an Fahrt gewinnen
Die Grünen, die Minderheitspartei Australiens, stehen an der Spitze des Vorstoßes zur Legalisierung von Cannabis. Sie haben rechtlichen Rat eingeholt, der darauf hindeutet, dass das Bundesparlament möglicherweise die Landesgesetze außer Kraft setzen könnte, um Cannabis zu legalisieren. Dieser Rat dreht sich um spezifische verfassungsmäßige Befugnisse, die genutzt werden könnten, um den Cannabiskonsum zu regulieren, und bietet einen Weg, um das landesweite Verbot zu beenden
Die potenziellen wirtschaftlichen Vorteile der Cannabislegalisierung in Australien sind erheblich. Eine Studie der University of Western Australia schätzte, dass die Legalisierung von Cannabis allein in Westaustralien in den ersten fünf Jahren jährlich 243,5 Millionen Dollar generieren könnte. Dieser finanzielle Anreiz wird durch die potenziellen Einsparungen bei den Kosten für Strafverfolgung und Justiz ergänzt, die derzeit eine erhebliche Belastung für den Haushalt des Staates darstellen
Trotz der vielversprechenden Aussichten auf eine Legalisierung bleibt der Weg nach vorne komplex. Politische und rechtliche Hürden müssen überwunden werden, und die breiteren Auswirkungen auf die indigenen Gemeinschaften müssen sorgfältig berücksichtigt werden. Die Ergebnisse der BOCSAR-Studie heben die Notwendigkeit gerechter rechtlicher Reformen hervor, die diese Ungleichheiten angehen und eine faire Behandlung aller Gemeinschaften gewährleisten