
Bern startet regulierte Cannabisverkäufe in Apotheken diesen Herbst
Bern wird diesen Herbst mit regulierten Cannabisverkäufen in Apotheken beginnen und sich an einem Pilotprogramm zur Bewertung der gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen beteiligen
Key Points
- 1Bern startet regulierte Cannabisverkäufe in Apotheken diesen Herbst
- 2Die SCRIPT-Studie zielt darauf ab, die gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen des Cannabisverkaufs zu bewerten
- 3Die Studie läuft von Oktober 2023 bis April 2026 in Bern, Biel und Luzern
- 4Teilnehmer müssen bestehende Freizeit-Cannabis-Nutzer über 18 Jahre sein
- 5Die Initiative könnte zukünftige bundesweite Cannabisregulierungen in der Schweiz informieren
Die Schweizer Stadt Bern wird in diesem Herbst zusammen mit anderen großen Städten wie Basel, Zürich, Lausanne und Genf legal Cannabis über Apotheken vertreiben. Die Initiative, bekannt als SCRIPT (Safer Cannabis – Research In Pharmacies randomized controlled Trial), wurde vom Bundesamt für Gesundheit und verschiedenen Ethikkommissionen genehmigt. Dieses Pilotprogramm zielt darauf ab, die gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen des streng regulierten, gemeinnützigen Verkaufs von Cannabis in Apotheken zu bewerten
Die SCRIPT-Studie wird über drei Jahre, von Oktober 2023 bis April 2026, in Bern, Biel und Luzern durchgeführt. Es ist geplant, 1.091 Teilnehmer zu rekrutieren, wobei etwa 600 allein aus Bern stammen. Teilnahmeberechtigt sind bestehende Freizeit-Cannabis-Nutzer über 18 Jahren. Nur die Hälfte dieser Teilnehmer wird in den ersten sechs Monaten der Studie Cannabisprodukte kaufen dürfen
Reto Auer, der Leiter der SCRIPT-Studie an der Universität Bern, betonte, dass das Ziel der Studie nicht die vollständige Legalisierung von Cannabis sei, sondern die Erforschung von Risikominderungsstrategien. Die speziell für die Studie produzierten Produkte werden in ausgewählten Apotheken erhältlich sein. Diese Apotheken werden ihre Ausgaben durch Verkäufe decken und eine gemeinnützige Haltung beibehalten. Auer wies darauf hin, dass Maßnahmen wie neutrale Verpackungen und das Verbot von Werbung dazu dienen sollen, Cannabis weniger attraktiv zu machen, insbesondere für jüngere Personen
Die Studie wird voraussichtlich wertvolle Daten liefern, die zukünftige bundesweite Cannabisregulierungen informieren könnten, die auf die Förderung der öffentlichen Gesundheit und soziale Sicherheit abzielen. Diese Initiative steht im Einklang mit umfassenderen Bemühungen in der Schweiz, regulierte Cannabisverkäufe zu erkunden, wie in einem ähnlichen Pilotprojekt, das kürzlich in Genf genehmigt wurde. Das Genfer Projekt, an dem mehrere Partner, einschließlich des Kantons und lokaler Verbände, beteiligt sind, wird ebenfalls einer wissenschaftlichen Evaluation unterzogen
Während die Schweiz weiterhin regulierte Cannabisverkäufe erkundet, könnten die Ergebnisse dieser Pilotstudien erheblichen Einfluss auf die nationale Politik haben. Durch den Fokus auf kontrollierte Verteilung und Risikominderung zielen diese Initiativen darauf ab, Probleme im Zusammenhang mit dem Cannabisverbot und dem illegalen Markt anzugehen. Die Ergebnisse dieser Studien könnten den Weg für umfassendere Cannabisregulierungsstrategien in der Schweiz ebnen