
Bernischer Stadtrat genehmigt Vorschlag für kontrollierten Verkauf von Kokain trotz bundesstaatlicher Hürden
Der Stadtrat von Bern hat einen Vorschlag für kontrollierte Kokainverkäufe genehmigt, aber die Genehmigung des Bundes ist noch erforderlich, bevor die Umsetzung erfolgen kann
Key Points
- 1Bern genehmigt Vorschlag für kontrollierten Kokainverkauf
- 2Bundesgenehmigung für die Umsetzung erforderlich
- 3Vorschlag folgt auf Berns Pilotprojekt für den legalen Cannabisverkauf
- 4Hoher Kokainkonsum in der Schweiz beeinflusst die Politik
- 5Vorschlag zielt darauf ab, neue Modelle der Drogenregulierung zu erkunden
Der Stadtrat von Bern, Schweiz, hat einen bedeutenden Schritt unternommen, indem er einen Vorschlag zur Erprobung des kontrollierten Verkaufs von Kokain genehmigt hat. Mit einer Abstimmung von 43 zu 18 wartet der Vorschlag nun auf die Genehmigung durch den Bund, bevor er umgesetzt werden kann. Dieser Schritt folgt auf Berns frühere bahnbrechende Bemühungen zur Legalisierung des Verkaufs von Cannabis, die Teil einer Pilotstudie waren, um die Auswirkungen von legalem Cannabis auf die Gesellschaft zu untersuchen
Der Vorschlag für den Kokainverkauf wurde von der Partei Linke Alternative eingebracht und stieß auf Widerstand von Mitgliedern des zentristischen und religiösen Lagers. Trotz dieser Opposition fand die Initiative Unterstützung von der Linken, einschließlich der Sozialdemokratischen Partei. Diese Entwicklung unterstreicht das wachsende Interesse an der Erprobung neuer Drogenpolitiken in der Schweiz, das durch die hohen Kokainkonsumraten des Landes vorangetrieben wird
Im Jahr 2022 wurde Bern zum Vorreiter in Europa, indem es ein Projekt für den legalen Verkauf von Cannabis ins Leben rief, das Teil der SCRIPT-Studie der Universität Bern ist. Diese Studie zielt darauf ab, die gesellschaftlichen Auswirkungen von legalem Cannabis zu bewerten. Während die Bundesregierung kürzlich dieses Cannabis-Pilotprojekt genehmigte, steht die Aussicht auf legale Kokainverkäufe vor einer ungewisseren Zukunft
Franziska Teuscher, Direktorin für Bildung, soziale Angelegenheiten und Sport in Bern, stellte fest, dass die bundesstaatliche Genehmigung von Cannabisprojekten unter Druck verschiedener Städte zustande kam. Sie betonte, dass der neue Kokainvorschlag dazu gedacht ist, anderen Städten das Potenzial für regulatorische Veränderungen aufzuzeigen. Dies spiegelt eine breitere Diskussion über Drogenpolitiken in der Schweiz wider, wo der Kokainkonsum zu den höchsten in Europa gehört
Andre Gomes von Release kommentierte die Bedeutung des Vorschlags und wies auf die zentrale Rolle Europas bei der globalen Kokainnachfrage hin. Er hob die Notwendigkeit hervor, die globale Lieferkette zu reformieren, um sicherere Praktiken in der Kokainindustrie zu gewährleisten. Während die Einzelheiten der Umsetzung des Vorschlags noch unklar sind, unterstreicht dieser Schritt das Potenzial für innovative Modelle der Drogenregulierung in Europa