
Cannabiskonsum bei Angst und Depression mit erhöhter Paranoia verbunden
Eine neue Studie zeigt, dass die Verwendung von Cannabis bei Angst und Depression die Paranoia erhöhen kann, und fordert Gesundheitsdienstleister auf, die Beweggründe für den Cannabiskonsum zu prüfen
Key Points
- 1Cannabiskonsum bei psychischen Problemen mit erhöhter Paranoia verbunden
- 2Studie verfolgte den Cannabiskonsum von 3.400 Erwachsenen im Vereinigten Königreich
- 3Höherer THC-Konsum bei selbstmedizierenden Personen festgestellt
- 4Forschung hebt Zusammenhang zwischen Trauma, Paranoia und Cannabiskonsum hervor
- 5Experten fordern Gesundheitsdienstleister zur Untersuchung der Motive für den Cannabiskonsum auf
Eine aktuelle Studie, die im BMJ Mental Health Journal veröffentlicht wurde, hebt einen besorgniserregenden Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum zur Bewältigung psychischer Probleme und erhöhter Paranoia hervor. Forscher fanden heraus, dass Personen, die Cannabis zur Bewältigung von Symptomen von Angst und Depression nutzen, höhere Paranoia-Werte berichten als diejenigen, die die Droge freizeitorientiert konsumieren. Die Studie verfolgte fast 3.400 Erwachsene im Vereinigten Königreich und zeigte, dass diejenigen, die Cannabis zur Selbstmedikation verwenden, wöchentlich signifikant höhere Mengen THC konsumieren
Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die potenziellen psychischen Gesundheitsrisiken, die mit dem Cannabiskonsum verbunden sind, insbesondere bei Personen mit einer Trauma-Vorgeschichte. Dr. Giulia Trotta vom King's College London bemerkte eine starke Verbindung zwischen Kindheitstrauma und erwachsener Paranoia, die durch den Cannabiskonsum verschärft werden kann. Dies steht im Einklang mit früheren Forschungen, die hochpotente Cannabisprodukte mit schweren psychischen Erkrankungen wie Psychosen und Schizophrenie in Verbindung bringen
Experten fordern Gesundheitsdienstleister auf, die Gründe für den Cannabiskonsum bei Patienten zu hinterfragen, um diejenigen zu identifizieren, die möglicherweise zusätzliche psychische Unterstützung benötigen. Dr. Emily Finch vom Royal College of Psychiatrists im Vereinigten Königreich betonte die Bedeutung der Anerkennung der negativen Auswirkungen von Cannabis auf die psychische Gesundheit und stellte die weit verbreitete Annahme in Frage, dass Cannabis nicht süchtig macht. Die Studie legt nahe, dass ein größeres Bewusstsein für die mit Cannabis verbundenen psychischen Gesundheitsrisiken erforderlich ist