
Deutschland beendet automatische Lizenzsperre für Fahrer mit THC-Vorkommen
Deutschland stoppt die automatische Lizenzsperre für Fahrer mit THC-Vorkommen und verlangt eine medizinische Bewertung zur Feststellung der Beeinträchtigung, nach einem Urteil des Bundesgerichts
Key Points
- 1Deutschland stoppt die automatische Lizenzsperre für Fahrer, die positiv auf THC getestet werden
- 2Bundesgericht in Leipzig verlangt medizinische Bewertungen zur Einschätzung der Beeinträchtigung
- 3Der aktuelle THC-Grenzwert von 1 ng/mL bleibt bestehen, aber automatische Strafen werden aufgehoben
- 4Diese Änderung entspricht globalen Trends, die THC als alleiniges Beeinträchtigungsindikator in Frage stellen
- 5Die Behörden werden Kriterien für medizinische Bewertungen entwickeln, um faire Einschätzungen zu gewährleisten
In einem bedeutenden rechtlichen Wandel hat Deutschland beschlossen, die automatische Aussetzung von Fahrerlaubnissen für Personen, die positiv auf THC getestet werden, zu stoppen. Diese Änderung folgt einem kürzlichen Urteil des Bundesgerichts in Leipzig, das vorschreibt, dass Fahrer, die positiv auf THC getestet werden, eine umfassende medizinische Bewertung durchlaufen müssen, um eine tatsächliche Beeinträchtigung festzustellen. Zuvor sah die Regel vor, dass jeder Fahrer mit mehr als 1 Nanogramm THC pro Milliliter Blut automatisch seine Lizenz verlor, eine Regelung, die wegen ihrer Auswirkungen auf medizinische Cannabisnutzer kritisiert wurde
Die Entscheidung des Gerichts unterstreicht die wachsende Anerkennung, dass THC-Werte im Blut kein zuverlässiger Indikator für die aktuelle Beeinträchtigung eines Fahrers sind. Experten argumentieren schon lange, dass THC Tage oder sogar Wochen nach dem Konsum im Körper verbleiben kann, was es zu einem unzuverlässigen Maß für Beeinträchtigung macht. Dies war besonders problematisch in Deutschland, wo medizinische Cannabispatienten ihre Lizenzen verlieren konnten, obwohl sie zum Zeitpunkt des Tests nicht unter dem Einfluss standen
Die strengen THC-Grenzwerte Deutschlands spiegeln die von Frankreich wider, wo jede Spur von THC über 1 ng/mL rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Im Jahr 2015 empfahl ein Expertengremium in Deutschland, den Grenzwert auf 3 ng/mL zu erhöhen, unter Berufung auf die Persistenz von THC bei regelmäßigen Nutzern. Das kürzliche Urteil des Bundesgerichts hält jedoch den aktuellen Grenzwert aufrecht, entfernt aber die automatische Strafe und verlangt eine weitere medizinische Bewertung, um die Beeinträchtigung zu bestätigen, bevor Maßnahmen ergriffen werden
Diese rechtliche Anpassung in Deutschland folgt einem ähnlichen Schritt in Michigan, wo die Behörden ebenfalls davon abgerückt sind, spezifische THC-Grenzwerte für Fahrer festzulegen. Der Wandel spiegelt ein breiteres Verständnis wider, dass die THC-Konzentration allein nicht genau die Fähigkeit einer Person widerspiegelt, sicher zu fahren. Diese Perspektive wird durch verschiedene Studien unterstützt, darunter einige aus den Vereinigten Staaten, die nahelegen, dass die Legalisierung von Cannabis nicht zu einem Anstieg von Verkehrsunfällen geführt hat
Mit Blick auf die Zukunft sind die deutschen Behörden damit beauftragt, die Kriterien für medizinische Bewertungen zu entwickeln, um die Beeinträchtigung eines Fahrers aufgrund von THC festzustellen. Diese Entwicklung ist ein positiver Schritt für medizinische Cannabispatienten, die unter der vorherigen automatischen Aussetzungspolitik Herausforderungen gegenüberstanden. Während sich der regulatorische Rahmen weiterentwickelt, wird erwartet, dass er eine bessere Balance zwischen Verkehrssicherheit und den Rechten von Personen, die Cannabis zu medizinischen Zwecken verwenden, findet