
Deutschland präsentiert Gesetzentwurf zur Legalisierung von Freizeit-Cannabis
Das Gesundheitsministerium Deutschlands hat einen Gesetzentwurf zur Legalisierung von Freizeit-Cannabis vorgestellt, um den Schwarzmarkt einzudämmen und die öffentliche Sicherheit zu erhöhen
Key Points
- 1Deutschland präsentiert Gesetzentwurf zur Legalisierung von Freizeit-Cannabis
- 2Erwachsene können bis zu drei Pflanzen für den persönlichen Gebrauch anbauen
- 3Cannabis Social Clubs werden reguliert und in der Anzahl begrenzt
- 4Pilotprogramm für kommerzielle Verkäufe wird von der EU geprüft
- 5Gesetzgebung zielt darauf ab, illegale Märkte einzudämmen und die Verbrauchersicherheit zu gewährleisten
Das Gesundheitsministerium Deutschlands hat einen Gesetzentwurf zur Legalisierung von Freizeit-Cannabis vorgestellt, was einen bedeutenden Schritt in der Reform der Drogenpolitik des Landes darstellt. Der Vorschlag wurde zur Prüfung durch staatliche Beamte und die Öffentlichkeit eingereicht, wobei Gesundheitsminister Karl Lauterbach das Potenzial betonte, den Schwarzmarkt einzudämmen und die öffentliche Sicherheit durch regulierte Verkäufe zu erhöhen
Der Gesetzentwurf erlaubt es Erwachsenen ab 18 Jahren, bis zu drei Cannabis-Pflanzen für den persönlichen Gebrauch anzubauen, während die Produktion von Cannabis-Konzentrat verboten ist. Der persönliche Besitz wäre auf 25 Gramm begrenzt, mit Ausnahmen für Mitglieder von Cannabis Social Clubs. Diese Clubs würden in ihrer Anzahl beschränkt, wobei einer pro 6.000 Einwohner erlaubt ist und nicht näher als 200 Meter zu Schulen liegen darf
Gesundheitsminister Lauterbach erklärte, dass der Legalisierungsplan Schutzmaßnahmen beinhaltet, um den Zugang von Jugendlichen zu Cannabis zu verhindern. Die Gesetzgebung zielt darauf ab, die öffentliche Gesundheit zu fördern, illegale Cannabis-Märkte einzudämmen und die Qualitätskontrolle sicherzustellen, um zu verhindern, dass kontaminierte Substanzen die Verbraucher erreichen. Die Mitgliedschaft in Cannabis Social Clubs würde ein Mindestengagement von zwei Monaten erfordern
Der Gesetzentwurf skizziert auch die wirtschaftlichen Auswirkungen und prognostiziert Kosteneinsparungen durch reduzierte Durchsetzung und neue Steuereinnahmen aus Cannabis-Clubs. Die erste Phase des Legalisierungsplans wird voraussichtlich nächsten Monat dem Kabinett vorgestellt, während die zweite Phase, die sich auf ein Pilotprogramm für kommerzielle Verkäufe konzentriert, später in diesem Jahr von der Europäischen Kommission geprüft wird
Dieser legislative Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines wachsenden Cannabis-Konsums in Deutschland, insbesondere unter Jugendlichen, trotz bestehender Verbote. Das Pilotprogramm wird die Auswirkungen regulierter Einzelhandelsverkäufe auf die Konsumtrends und den illegalen Markt über fünf Jahre hinweg evaluieren. Lokale Jurisdiktionen haben die Möglichkeit, die Eröffnung von Cannabis-Einzelhandelsgeschäften zu erlauben, um eine kontrollierte Umgebung für den Erwachsenenverbrauch zu schaffen