
Deutschlands Cannabis-Start-ups gedeihen bei möglicher Legalisierung für den Freizeitgebrauch
Die Cannabisindustrie Deutschlands steht vor einem Wachstum, da die legale Nutzung für den Freizeitgebrauch in Betracht gezogen wird, mit erheblichen Auswirkungen auf Start-ups und die Wirtschaft
Key Points
- 1Demecan führt Deutschlands erste legale großangelegte Cannabisernte an
- 2Die deutsche Regierung erwägt die Legalisierung des Freizeit-Cannabisgebrauchs
- 3Branchenführer erwarten Wirtschaftswachstum und Arbeitsplatzschaffung
- 4Bedenken bestehen hinsichtlich des erhöhten Zugangs für Minderjährige und der Kriminalität
- 5Die Strafverfolgung äußert Vorbehalte zur gesellschaftlichen Auswirkung
In Dresden, Deutschland, wurde ein ehemaliges Schlachthaus in eine florierende Cannabis-Anlage umgewandelt, was einen bedeutenden Meilenstein für die Cannabisindustrie des Landes darstellt. Die von Demecan betriebene Anlage wird im Januar die erste großangelegte legale Ernte von Cannabis in Deutschland einfahren. Diese Entwicklung ist Teil des breiteren Trends, dass deutsche Start-ups den legalen medizinischen Cannabis-Markt nutzen, der seit 2016 besteht
Demecan, mit Sitz in Berlin, ist eines von drei Unternehmen, die Aufträge von der deutschen Cannabis-Agentur erhalten haben, um Cannabis im Inland zu produzieren. Während Demecan mit seiner einzigartigen Anlage die Führung übernimmt, befinden sich die anderen beiden Unternehmen noch im Aufbau ihrer Betriebe. Constantin von der Groeben, Geschäftsführer von Demecan, hebt die Kapazität der Anlage hervor, jährlich eine Tonne getrocknetes Cannabismehl zu produzieren, und betont ihre Pionierrolle in der medizinischen Cannabislandschaft Deutschlands
Die neue Koalition der deutschen Regierung unter der Führung von Kanzler Olaf Scholz erwägt, die Legalisierung von Cannabis auf den Freizeitgebrauch auszudehnen. Diese politische Wende würde den Verkauf in lizenzierten Geschäften erlauben und Parallelen zu bestehenden Modellen in Kanada und mehreren US-Bundesstaaten ziehen. Der Schritt hat Unterstützung von Branchenvertretern wie Fabian Friede von der Sanity Group erhalten, der ihn als positiven Schritt zu einem umfassenderen Cannabismarkt sieht
Die potenzielle Legalisierung von Freizeit-Cannabis wird voraussichtlich das Wirtschaftswachstum ankurbeln, mit Vorhersagen über steigende Arbeitsplatzschaffung und Steuereinnahmen. Finn Hänsel, Mitbegründer der Sanity Group, erwartet einen Anstieg von Start-ups und verwandten Industrien, die zu einem lebendigen Cannabissektor beitragen. Diese Optimismus wird jedoch durch Bedenken von Kritikern, darunter Mitglieder der Christlich Demokratischen Union, gemildert, die eine erhöhte Zugänglichkeit für Minderjährige und mögliche Verschiebungen in der Kriminalität befürchten
Trotz der Begeisterung gibt es Vorbehalte innerhalb der Strafverfolgungsbehörden. Jörg Radek von der Deutschen Polizeigewerkschaft GdP äußert Bedenken hinsichtlich gesellschaftlicher Veränderungen und der potenziellen Erhöhung der Arbeitsbelastung für die Polizei. Die Debatte geht weiter, während die Beteiligten die Vorteile der Legalisierung gegen die Risiken abwägen, wobei die Regierung beauftragt ist, diese Fragen in der kommenden Gesetzgebung zu adressieren