
Deutschlands medizinische Cannabisverschreibungen steigen, während Preise fallen und der Zugang vereinfacht wird
Deutschlands medizinische Cannabisverschreibungen sind seit der Umklassifizierung um über 3.300 % gestiegen, während die Preise gefallen sind, was Diskussionen über mögliche politische Änderungen ausgelöst hat
Key Points
- 1Deutschlands medizinische Cannabisverschreibungen stiegen von März 2024 bis Dezember 2025 um über 3.300 %
- 2Die Umklassifizierung von Cannabis vereinfachte den Zugang und erweiterte die telemedizinischen Versorgungsoptionen
- 3Bedenken hinsichtlich des Missbrauchs führten zu Diskussionen über politische Einschränkungen, trotz gegenteiliger Beweise
- 4Der Bericht der Bloomwell Group argumentiert, dass die aktuellen Zugangslevels beibehalten werden sollten, um eine Rückkehr zu unregulierten Märkten zu verhindern
- 5Die durchschnittlichen Cannabispreise fielen von 8,33 € auf 5,23 € pro Gramm, während die Verfügbarkeit von Produkten ebenfalls zunahm
Der medizinische Cannabismarkt in Deutschland hat eine dramatische Transformation erlebt, wobei die Verschreibungen von März 2024 bis Dezember 2025 um mehr als 3.300 % in die Höhe geschnellt sind. Dieser Anstieg folgte der Umklassifizierung von Cannabis von einem Betäubungsmittel zu einem nicht betäubenden Medikament, was den Verschreibungsprozess vereinfachte und die telemedizinischen Versorgungsoptionen erweiterte. Infolgedessen hat sich Cannabis als regulierte Behandlung im Land weiter normalisiert
Trotz der positiven Entwicklungen im Zugang und der Erschwinglichkeit sind Bedenken hinsichtlich eines möglichen Missbrauchs aufgekommen, was Diskussionen über politische Änderungen angestoßen hat. Laut einem neuen Bericht der Bloomwell Group werden diese Ängste nicht durch Beweise gestützt. Der Bericht legt nahe, dass ein strengerer Zugang unbeabsichtigt Patienten zu unregulierten Quellen drängen könnte, was ihre Gesundheit gefährden könnte
Der Bericht, der auf Daten von Verschreibungen selbstzahlender Patienten in ganz Deutschland basiert, hebt den erheblichen Anstieg des Verschreibungsvolumens und den entsprechenden Preisrückgang hervor. Bis Dezember 2025 war der durchschnittliche Preis pro Gramm medizinisches Cannabis von 8,33 € auf 5,23 € gefallen, während die Anzahl der verfügbaren Cannabisprodukte erheblich gestiegen ist. Diese Verschiebung hin zu Erschwinglichkeit und Verfügbarkeit wird als positives Ergebnis der Umklassifizierung angesehen
Die Analyse der Bloomwell Group widerlegt die Behauptungen des Missbrauchs, indem sie die Verschreibungsdaten mit internationalen medizinischen Standards wie ICD-10 und DSM-5-Kriterien vergleicht. Der Bericht findet keine Hinweise auf einen Anstieg problematischen Konsums oder negativer gesundheitlicher Folgen. Er argumentiert, dass der vereinfachte Zugang durch Telemedizin nicht zu einem Anstieg neuer Cannabiskonsumenten geführt hat, sondern vielmehr bestehende selbstmedizierende Patienten in den rechtlichen Rahmen gebracht hat
Experten warnen, dass die Einführung von Einschränkungen für die Telemedizin diese Fortschritte umkehren könnte. Dr. Julian Wichmann, CEO von Bloomwell GmbH, betont, dass viele Patienten, die zuvor ohne Aufsicht selbstmedizierten, nun regulierte Versorgung in Anspruch nehmen. Niklas Kouparanis, CEO der Bloomwell Group, plädiert für die Fortführung digitaler Prozesse, um eine kosteneffiziente Gesundheitsversorgung aufrechtzuerhalten, und warnt, dass der Abbau dieser Systeme den Zugang der Patienten gefährden könnte
Der Bericht schließt mit einer Warnung vor politischen Rückschritten und hebt das Risiko hervor, Patienten zurück in unlizenzierte Märkte zu drängen. Durch die Beibehaltung der aktuellen Zugangslevels kann Deutschland weiterhin die Gesundheit und Sicherheit der Patienten unterstützen und gleichzeitig potenzielle Fallstricke im Zusammenhang mit unreguliertem Cannabiskonsum vermeiden