
EU erhöht maximalen THC-Grenzwert für Hanf auf 0,3% unter neuer Agrarpolitik
Die EU hat den maximalen THC-Grenzwert in Hanf auf 0,3% unter ihrer neuen Gemeinsamen Agrarpolitik angehoben, die am Januar 2023 in Kraft tritt
Key Points
- 1EU erhöht THC-Grenzwert in Hanf auf 0,3% unter neuer Politik
- 2Änderung tritt am 1. Januar 2023 in Kraft und erweitert die Hanfsortenberechtigung
- 3Daniel Kruse von der EIHA lobt den Schritt als Fortschritt
- 4Nationale Vorschriften können höhere THC-Grenzwerte zulassen, wie in Italien und Tschechien
- 5Politik zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit der EU auf dem globalen Hanfmarkt zu verbessern
Die Europäische Union hat offiziell den maximal zulässigen THC-Grenzwert in Hanf von 0,2% auf 0,3% im Rahmen ihrer neu verabschiedeten Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) angehoben. Diese Änderung wurde am 2. November 2023 bestätigt, nach einer Reihe von Verhandlungen zwischen den EU-Institutionen. Die Anpassung soll am 1. Januar 2023 in Kraft treten und markiert einen bedeutenden Wandel für die Hanfindustrie in ganz Europa
Die Entscheidung, den THC-Grenzwert in Hanf zu erhöhen, steht seit Oktober 2020 auf der Agenda, als das Europäische Parlament zunächst für die Änderung stimmte. Nach umfangreichen Diskussionen und Kompromissen zwischen dem Europäischen Parlament, dem Rat und der Europäischen Kommission wurde der endgültige Vorschlag genehmigt. Diese politische Anpassung wird voraussichtlich die Palette der Hanfsorten erweitern, die für direkte Zahlungsunterstützung im Rahmen der EU-Agrarpolitik in Frage kommen
Daniel Kruse, Präsident der European Industrial Hemp Association (EIHA), lobte die Entscheidung als einen großen Sieg für die Hanfindustrie. Er betonte, dass der neue Grenzwert zwar ein positiver Schritt sei, jedoch im Vergleich zu anderen Ländern wie der Schweiz, die höhere THC-Werte zulassen, nach wie vor niedrig bleibt. Kruse hob wissenschaftliche Studien hervor, die zeigen, dass höhere THC-Grenzwerte keine Risiken für die Verbrauchersicherheit darstellen, und plädierte für eine noch weitere Liberalisierung
Unter der neuen Politik können Landwirte direkte Zahlungen für den Anbau von Hanfsorten erhalten, die im EU-Katalog aufgeführt sind, vorausgesetzt, diese Sorten enthalten nicht mehr als 0,3% THC. Nationale Vorschriften können jedoch höhere THC-Grenzwerte zulassen, wie in Italien und der Tschechischen Republik, wo die Grenzwerte bei 0,6% bzw. 1% liegen. Diese Flexibilität ermöglicht es den Mitgliedstaaten, die Vorschriften an ihre nationalen Bedürfnisse anzupassen und gleichzeitig mit den EU-Standards in Einklang zu bringen
In Zukunft wird erwartet, dass die Erhöhung der THC-Grenzwerte das Wachstum der europäischen Hanfindustrie ankurbeln wird, indem die Entwicklung und der Anbau vielfältigerer Hanfsorten gefördert werden. Diese Änderung könnte auch die Position der EU auf dem globalen Hanfmarkt stärken und einen wettbewerbsfähigeren Vorteil gegenüber Regionen mit laxeren THC-Vorschriften bieten. Der Politikwechsel unterstreicht das Engagement der EU, einen nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Agrarsektor zu fördern