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Finnisches Oberster Gerichtshof entscheidet gegen Bestrafung von Fahrern wegen früherem Cannabisgebrauch
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Finnisches Oberster Gerichtshof entscheidet gegen Bestrafung von Fahrern wegen früherem Cannabisgebrauch

Der Oberste Gerichtshof Finnlands entscheidet, dass Fahrer nicht bestraft werden können, wenn der frühere Cannabiskonsum das Fahren nicht beeinträchtigt, und stimmt rechtliche Praktiken mit wissenschaftlichen Erkenntnissen ab

Key Points

  • 1Finnisches Oberster Gerichtshof entscheidet gegen Bestrafung von Fahrern wegen früherem Cannabisgebrauch
  • 2THC-COOH, ein nicht-psychoaktives Metabolit, bleibt mehrere Tage im Körper
  • 3Gerichtsentscheidung steht im Einklang mit dem wissenschaftlichen Verständnis von Cannabis-Metaboliten
  • 4Polizei und Staatsanwaltschaft passen Praktiken an, um nicht aufgrund von THC-COOH zu bestrafen
  • 5Laufende Debatte in Finnland über die Entkriminalisierung von Cannabis

In einer wegweisenden Entscheidung hat der Oberste Gerichtshof Finnlands entschieden, dass Fahrer nicht automatisch bestraft werden sollten, wenn der Cannabiskonsum Tage vor dem Fahren stattfand. Dieses Urteil fällt inmitten laufender Diskussionen in Finnland über die mögliche Entkriminalisierung von Cannabis. Zuvor konnten Fahrer strafrechtlich verfolgt werden, wenn Spuren von Cannabis in ihrem System nachgewiesen wurden, selbst wenn der Konsum ihre Fahrfähigkeiten nicht beeinträchtigt hat

Cannabiskonsum bleibt in Finnland illegal, und Fahrer können weiterhin strafrechtlich verfolgt werden, wenn sie während des Fahrens unter dem Einfluss stehen. Die Anwesenheit von THC, dem psychoaktiven Bestandteil von Cannabis, kann sechs bis acht Stunden nach dem Konsum im Körper nachgewiesen werden. THC-COOH, ein nicht-psychoaktives Metabolit, kann jedoch mehrere Tage oder sogar Wochen im Körper verbleiben, was zu potenziellen rechtlichen Komplikationen für Fahrer führen kann

Teemu Gunnar, ein forensischer Toxikologe am Nationalen Institut für Gesundheit und Wohlfahrt Finnlands, unterstützt die Entscheidung des Gerichts und erklärt, dass es rational sei, Fahrer nicht allein wegen der Anwesenheit von THC-COOH zu bestrafen. Er betonte, dass die Anwesenheit von THC-COOH die Fahrfähigkeiten nicht beeinträchtigt und dessen Nachweis nicht automatisch zu einer Anklage wegen Fahrens unter Einfluss führen sollte. Diese Perspektive steht im Einklang mit dem Urteil des Obersten Gerichtshofs, dass THC-COOH die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt

Das Urteil des Obersten Gerichtshofs, das ursprünglich 2016 gefällt wurde, hob die Verurteilung eines Fahrers auf, der Cannabis konsumiert hatte, bevor er fuhr. Das Gericht stellte fest, dass hohe THC-COOH-Werte die Fahrfähigkeit oder die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigen. Nach dieser Entscheidung haben die finnische Polizei und die Staatsanwaltschaft ihre Praktiken angepasst und verfolgen keine Anklagen mehr allein aufgrund der Anwesenheit von THC-COOH, wenn es keine Beweise für eine Beeinträchtigung des Fahrens gibt

Trotz des Urteils des Gerichts erlaubt das finnische Recht weiterhin die Verfolgung von Fahrern, wenn aktive Substanzen oder Metaboliten von Drogen in ihrem System während oder nach dem Fahren nachgewiesen werden. Der Oberste Gerichtshof hat legislative Änderungen gefordert, um sicherzustellen, dass das Gesetz Fahrer nicht bestraft, wenn ihre Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen, nicht beeinträchtigt ist

Die breitere Debatte über die Legalisierung von Cannabis in Finnland geht weiter, mit Forderungen verschiedener politischer Parteien und öffentlicher Initiativen, die aktuellen Drogenpolitiken zu überdenken. Während das Land diese Diskussionen führt, markiert die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs einen bedeutenden Schritt zur Angleichung der rechtlichen Praktiken an das wissenschaftliche Verständnis von Cannabis-Metaboliten. Diese Entscheidung könnte zukünftige gesetzgeberische Änderungen beeinflussen und Finnlands Ansatz zur Cannabisregulierung prägen

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