
Hanfbasierte THC-Getränke stehen vor Wachstums- und Regulierungsunsicherheit angesichts drohender bundesweiter Verbote
Hanfbasierte THC-Getränke expandieren schnell in Mainstream-Veranstaltungsorten und entfachen regulatorische Kämpfe und Branchenkonflikte, während ein bundesweites Verbot in den Vereinigten Staaten droht
Key Points
- 1Hanf-THC-Getränke werden jetzt an großen Veranstaltungsorten wie dem United Center in Chicago verkauft und bieten Alternativen zu Alkohol
- 2Das Farm Bill von 2018 ermöglichte das Wachstum hanfbasierter berauschender Produkte durch rechtliche Schlupflöcher
- 3Ein bundesweites Verbot von Hanf-THC-Produkten soll am 12. November in Kraft treten, während einige Bundesstaaten bereits eigene Einschränkungen erlassen haben
- 4Die Branchenführer sind gespalten, wobei einige Unternehmen den Markt verlassen und andere für regulatorische Rahmenbedingungen plädieren
- 5Das Ergebnis dieser Debatte könnte die Zukunft der Regulierung von Cannabisgetränken und den Marktzugang neu gestalten
Hanfbasierte THC-Getränke gewinnen schnell an Beliebtheit in großen Veranstaltungsorten und bieten den Verbrauchern eine neue Alternative zu Alkohol, während sie Bedenken sowohl in der Alkoholindustrie als auch bei einigen Cannabis-Befürwortern auslösen. Im United Center in Chicago können Konzertbesucher jetzt hanfbasierten Getränke mit 5 Milligramm THC kaufen, was diese Produkte neben traditionellen alkoholischen Getränken für ein breites Publikum positioniert. Rick Schepp, Geschäftsführer von Rhythm Beverages, betonte die Anziehungskraft: „Wenn Sie diese Getränke neben Alkohol stellen, haben die Verbraucher keine Angst davor und werden es ausprobieren.“ Dieser Schritt stellt einen bedeutenden Fortschritt für Cannabisunternehmen dar, die Verbraucher außerhalb traditioneller Apotheken erreichen möchten
Der Anstieg der Hanf-THC-Getränke ist im Farm Bill von 2018 verwurzelt, das Hanf und seine Derivate mit bis zu 0,3 % THC nach Trockenmasse legalisierte. Diese regulatorische Unterscheidung ermöglichte es Unternehmen, eine Vielzahl von berauschenden Produkten wie Getränke, Gummibärchen und rauchbare Blüten zu entwickeln, die Verbraucher ansprechen, die einen „California sober“-Lebensstil suchen – Alkohol meiden zugunsten eines cannabisähnlichen Erlebnisses. Infolgedessen sind Marken wie Cann Beverages, Sky High und Cornbread Hemp in den Markt eingetreten und richten sich an Kunden, die möglicherweise Apotheken meiden oder in Bundesstaaten ohne Gesetze für Freizeit-Cannabis leben
Dieses boomende Segment sieht sich jedoch zunehmendem Widerstand und legislativen Bedrohungen gegenüber. Ende 2023 verabschiedete der Kongress ein bundesweites Verbot von Hanf-THC-Produkten, das am 12. November in Kraft treten soll, angestoßen durch Bedenken sowohl aus der Spirituosenlobby als auch von einigen Cannabisunternehmen. Bemerkenswert ist, dass Senator Mitch McConnell, der das ursprüngliche Farm Bill unterstützte, seitdem Hanf-THC-Produkte kritisiert hat, weil sie an Kinder vermarktet werden, obwohl Gesetze den Verkauf an Erwachsene über 21 Jahren einschränken. Einige Bundesstaaten, darunter Kalifornien und Oregon, haben bereits eigene Verbote erlassen, und Branchenriesen wie Curaleaf ziehen sich aus dem Markt zurück, um sich auf strengere Vorschriften vorzubereiten
Die Debatte hat die Cannabisindustrie selbst gespalten, wobei Unternehmen wie Trulieve, Green Thumb Industries und Tilray weiterhin hanfbasierte THC-Produkte unterstützen, während andere wie Verano für Verbote plädieren. George Archos, CEO von Verano, nannte Sicherheits- und regulatorische Unterschiede: „Unsere Herausforderungen wurden durch die jahrelange Verbreitung ungetesteter, unregulierter, unsicherer Hanfprodukte im ganzen Land verschärft, die nie denselben Sicherheits-, Regulierungs-, Steuer- und Bankbeschränkungen unterworfen waren, denen unsere Unternehmen täglich ausgesetzt sind.“ In der Zwischenzeit argumentieren Befürworter, dass die Produkte sicher und gefragt sind, wobei Jim Higdon, CEO von Cornbread Hemp, ein signifikantes Jobwachstum feststellt und erklärt: „Etwas aus einer Dose zu trinken ist eine diskrete und einfache Möglichkeit, THC zu genießen, da Rauchen bei Sportveranstaltungen, einem Kinderfußballspiel oder einer Geburtstagsfeier tabu ist.“
Branchenvertreter drängen nun auf eine Verlängerung der bundesstaatlichen Frist und die Schaffung eines einheitlichen regulatorischen Rahmens für Hanf-THC-Produkte. Einige Befürworter hoffen, solche Maßnahmen an umfassendere landwirtschaftliche Gesetze anzuhängen, um einen Kompromiss bei Sicherheits- und Qualitätsstandards zu suchen, der die Verbraucher schützt und gleichzeitig wirtschaftliche Vorteile für Landwirte und Unternehmen bewahrt. Während der Kampf intensiver wird, bleibt das Ergebnis ungewiss, wobei Milliarden von Dollar an Einnahmen und Hunderttausende von Arbeitsplätzen auf dem Spiel stehen
Aus der Perspektive der OG Lab-Redaktion könnte das Schicksal von hanfderivierten THC-Getränken einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie neuartige Cannabisprodukte reguliert und in die Mainstream-Märkte integriert werden. Die Reaktion der Branche auf drohende bundesstaatliche Einschränkungen und Lobbydruck wird nicht nur den Zugang der Verbraucher beeinflussen, sondern auch die breitere Diskussion über die Normalisierung von Cannabis in den Vereinigten Staaten prägen. Diese sich entwickelnde Landschaft ist für Unternehmen, politische Entscheidungsträger und Verbraucher gleichermaßen von Interesse, während regulatorische Klarheit und Marktnachfrage weiterhin aufeinanderprallen