
Litauisches Parlament genehmigt Entkriminalisierung kleiner Drogenmengen
Litauen entkriminalisiert kleine Drogenmengen und verlagert den Fokus von Bestrafung auf Rehabilitation, nach der parlamentarischen Genehmigung am 14. Oktober
Key Points
- 1Litauen entkriminalisiert den Besitz kleiner Drogenmengen
- 2Verstöße verschieben sich von strafrechtlichen zu administrativen Vergehen
- 3Neue Strafen umfassen Geldstrafen und Rehabilitationsprogramme
- 4Parlament ist gespalten über die Auswirkungen der Entkriminalisierung
- 5Änderungen könnten Diskussionen zur Drogenpolitik in Europa beeinflussen
Am 14. Oktober verabschiedete das litauische Parlament Änderungen zur Entkriminalisierung des Besitzes kleiner Mengen Drogen, wodurch solche Verstöße von strafrechtlichen zu administrativen Vergehen verschoben werden. Diese gesetzliche Änderung spiegelt einen signifikanten Wandel in Litauens Ansatz zur Drogenpolitik wider, mit dem Ziel, die Belastung des Justizsystems zu verringern und den Fokus auf Rehabilitation statt Bestrafung zu legen
Derzeit kann der illegale Besitz kleiner Mengen Drogen in Litauen zu gemeinnütziger Arbeit, Geldstrafen oder sogar Festnahmen führen. Morgana Danielė, Mitglied der parlamentarischen Gruppe Freiheit und Autorin der Änderungen, argumentiert, dass diese Strafen unverhältnismäßig und ineffektiv als Abschreckung sind. Die neuen Änderungen schlagen mildere Sanktionen vor, die Personen mit Suchtproblemen ermutigen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen
Trotz der Genehmigung offenbarte die parlamentarische Debatte ein gespaltenes Parlament. Einige Gesetzgeber unterstützen die Entkriminalisierung als notwendigen Schritt, während andere befürchten, dass sie den Drogenkonsum implizit billigen könnte. Die Entkriminalisierung steht im Einklang mit Litauens bestehender Haltung zu medizinischem Cannabis und CBD-Produkten, die im Land bereits legal sind
Das Gesundheitsministerium in Litauen ist dafür verantwortlich, zu definieren, was kleine, große und sehr große Mengen von Betäubungsmitteln und psychotropen Substanzen ausmacht. Kleine Mengen werden beispielsweise als bis zu 5 Gramm für Cannabis, 0,2 Gramm für Kokain und 0,02 Gramm für Heroin definiert. Die Änderungen schlagen administrative Geldstrafen zwischen 50 und 350 Euro vor, mit erhöhten Strafen für Wiederholungstäter
In Zukunft könnte die Entkriminalisierung kleiner Drogenmengen in Litauen einen Präzedenzfall für andere europäische Länder schaffen, die ähnliche Reformen in Betracht ziehen. Indem Litauen den Fokus auf administrative Strafen und Rehabilitation legt, zielt das Land darauf ab, den Drogenkonsum effektiver und menschlicher zu behandeln. Die Entscheidung könnte breitere Diskussionen über die Drogenpolitik in Europa beeinflussen und potenziell zu progressiveren Ansätzen führen