
Litauisches Parlament rückt näher an die Legalisierung von medizinischem Cannabis
Das litauische Parlament fördert die Legalisierung von medizinischem Cannabis mit überwältigender Unterstützung, die weitere Debatten und ministerielle Genehmigungen abwartet
Key Points
- 1Litauisches Parlament stimmt für die Legalisierung von medizinischem Cannabis
- 292 Abgeordnete unterstützten die Politikänderung mit einer Enthaltung
- 3Aktuelle Gesetze klassifizieren Cannabis in der restriktivsten Kategorie
- 4Gesundheitsminister Aurėlijus Veryga unterstützt einen gesundheitsfokussierten Ansatz
- 5Neues Gesetz könnte bereits 2019 in Kraft treten, wenn genehmigt
Das litauische Parlament hat einen bedeutenden Schritt in Richtung Legalisierung von medizinischem Cannabis unternommen. In einer kürzlich durchgeführten Abstimmung sprachen sich 92 Mitglieder des Seimas, des litauischen Parlaments, überwältigend für eine Änderung der aktuellen Cannabispolitik aus, mit nur einer Enthaltung und ohne Opposition. Diese wegweisende Entscheidung, die von dem Abgeordneten Mykolas Majauskas eingebracht wurde, zielt darauf ab, die Tür für die Nutzung von medizinischem Cannabis zu öffnen, ein Thema, das erstmals in der Geschichte des Landes sowohl öffentliche als auch politische Unterstützung erhalten hat
Derzeit ist Cannabis in Anhang 1 der litauischen Betäubungsmittelliste eingestuft, was die restriktivste Kategorie darstellt und dessen medizinische Nutzung aufgrund wahrgenommener gesundheitlicher Schäden verhindert. Die vorgeschlagene Gesetzgebung zielt darauf ab, das automatische Verbot von in dieser Kategorie aufgeführten Substanzen aufzuheben, was möglicherweise nicht nur medizinisches Cannabis, sondern auch Psilocybin, MDMA und Heroin für medizinische Zwecke erlauben könnte. Dieser Politikwechsel spiegelt ein wachsendes Bewusstsein für das therapeutische Potenzial dieser Substanzen unter kontrollierten Bedingungen wider
Der Vorschlag soll am 12. Dezember im Seimas weiter debattiert werden. Wenn er angenommen wird, benötigt er die Genehmigung des Gesundheitsministers Aurėlijus Veryga, der zuvor seine Unterstützung für die Entkriminalisierung des Cannabiskonsums und -besitzes zum Ausdruck gebracht hat und sich für einen gesundheitsorientierten Ansatz anstelle eines juristischen einsetzt. Veryga betonte die Notwendigkeit eines strengen Regulierungsrahmens, um Missbrauch zu verhindern, falls medizinisches Cannabis legalisiert wird
Trotz dieses fortschrittlichen Schrittes verhängt Litauen weiterhin strenge Strafen für den Besitz und den Anbau von Cannabis. Der Besitz kann zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe führen, obwohl Geldstrafen häufiger verhängt werden. Der Anbau von Cannabis zieht eine härtere Strafe von bis zu fünf Jahren Gefängnis nach sich. Diese Gesetze verdeutlichen die erheblichen rechtlichen Hürden, die bestehen bleiben, selbst wenn das Land eine Reform des medizinischen Cannabis in Betracht zieht
Für die Zukunft, falls die legislativen und ministeriellen Genehmigungen gesichert werden, könnte das neue Gesetz bereits 2019 in Kraft treten. Majauskas hat vorgeschlagen, diesen Zeitrahmen aufgrund der starken Unterstützung, die bei der jüngsten Abstimmung gezeigt wurde, zu beschleunigen. Diese potenzielle Änderung markiert einen entscheidenden Moment für Litauen, da es sich mit breiteren europäischen Trends zur Akzeptanz von medizinischem Cannabis in Einklang bringt und einen Wandel hin zu progressiveren Drogenpolitiken widerspiegelt