
Luxemburg legalisiert den Anbau und Besitz von Cannabis für Erwachsene
Luxemburg legalisiert den Anbau und Besitz von Cannabis für Erwachsene und markiert damit einen bedeutenden Wandel in der Drogenpolitik
Key Points
- 1Luxemburg legalisiert den Anbau von bis zu vier Cannabis-Pflanzen für Erwachsene
- 2Öffentlicher Besitz von Cannabis bleibt illegal, mit Geldstrafen für kleine Mengen
- 3Justizministerin nennt das Scheitern früherer Antidrogenpolitiken
- 4Nächste Schritte umfassen staatlich kontrollierte Cannabisproduktion und -vertrieb
- 5Luxemburg folgt Malta als zweites EU-Land, das das Cannabisverbot beendet
Luxemburg hat einen bedeutenden Schritt in der Cannabisreform gemacht, indem der Anbau und Besitz von Cannabis für den persönlichen Gebrauch legalisiert wurde. Das neue Gesetz, das mit 38 zu 22 Stimmen verabschiedet wurde, erlaubt es Erwachsenen, bis zu vier Cannabis-Pflanzen zu Hause anzubauen, sofern diese nicht von öffentlichen Plätzen aus sichtbar sind. Dieser Schritt macht Luxemburg zum zweiten Land in der Europäischen Union, das das Cannabisverbot beendet, nach Malta, das im Dezember 2021 vorangegangen ist
Nach der neuen Gesetzgebung sind privater Anbau und Konsum erlaubt, während der öffentliche Gebrauch von Cannabis weiterhin verboten bleibt. Personen, die mit bis zu drei Gramm Cannabis in der Öffentlichkeit erwischt werden, müssen mit reduzierten Geldstrafen zwischen 25 und 500 Euro rechnen. Der Besitz von mehr als drei Gramm kann jedoch weiterhin strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, einschließlich möglicher Haftstrafen von bis zu sechs Monaten oder Geldstrafen von bis zu 2.500 Euro
Justizministerin Sam Tanson betonte die Notwendigkeit des Wandels und erklärte, dass die vorherige 50-jährige Antidrogenpolitik gescheitert sei. "Die Samen für den Hausanbau sind in den Geschäften Luxemburgs noch nicht erhältlich," bemerkte das Justizministerium und wies darauf hin, dass Einzelpersonen die Samen online oder aus dem Ausland beziehen müssen. Das Ministerium prüft derzeit die rechtliche Verfügbarkeit dieser Samen in anderen Ländern
Die Legalisierung des Hausanbaus wird als vorläufige Maßnahme auf dem Weg zu einer umfassenderen Cannabisreform angesehen. Josée Lorsché, die Berichterstatterin des Justizausschusses, erwähnte, dass die nächste Phase die Entwicklung staatlich kontrollierter Produktions- und Vertriebskanäle umfasst. Dieser Plan beinhaltet die eventualle Einrichtung regulierter Verkaufsstellen, um einen umfassenderen Legalisierungsrahmen zu schaffen
Während Luxemburg mit diesen Veränderungen voranschreitet, bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen dies auf die Gemeinschaft und die breitere europäische Landschaft haben wird. Der Wandel könnte andere EU-Nationen beeinflussen, die ähnliche Reformen in Betracht ziehen, und möglicherweise zu einem einheitlicheren Ansatz für die Cannabisregulierung in ganz Europa führen. Das Gesetz wird voraussichtlich bis Ende dieser Woche oder Anfang nächster Woche im Amtsblatt veröffentlicht