
Luxemburg legalisiert persönlichen Cannabis-Anbau und -Besitz
Luxemburg legalisiert persönlichen Cannabis-Anbau und -Besitz und wird das zweite EU-Land, das dies nach Malta tut
Key Points
- 1Luxemburg legalisiert persönlichen Cannabis-Anbau und -Besitz
- 2Erwachsene dürfen bis zu drei Gramm besitzen und vier Pflanzen zu Hause anbauen
- 3Öffentlicher Konsum bleibt unter dem neuen Gesetz verboten
- 4Justizministerin bezeichnet die vorherige Kriminalisierung als 'vollständiges Versagen.'
- 5Luxemburg ist das zweite EU-Land, das Cannabis legalisiert, nach Malta
Luxemburg hat offiziell den persönlichen Anbau und Besitz von Cannabis für Erwachsene legalisiert, was einen bedeutenden Wandel in der Drogenpolitik des Landes markiert. Ab dem 21. Juli 2023 dürfen Erwachsene in Luxemburg bis zu drei Gramm Cannabis besitzen und bis zu vier Pflanzen zu Hause anbauen. Diese Entwicklung folgt der Veröffentlichung des neuen Gesetzes im Amtsblatt, das den Gesetzgebungsprozess abschloss
Dieser Schritt positioniert Luxemburg als das zweite Land der Europäischen Union, das Cannabis legalisiert, nach der Entscheidung Maltas im Jahr 2021. Die Gesetzgebung, die ursprünglich 2021 von den Ministern für Justiz und Innere Sicherheit vorgeschlagen wurde, spiegelt einen wachsenden Trend in Europa zu liberaleren Cannabisrichtlinien wider. Das Gesetz zielt darauf ab, die Kriminalisierung des Cannabisgebrauchs zu verringern und einen regulierten Rahmen für den persönlichen Anbau zu schaffen
Das Gesetz sieht strenge Vorschriften für den Besitz und Anbau von Cannabis vor. Der Besitz von mehr als den erlaubten drei Gramm kann zu einer Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten führen, und der öffentliche Konsum bleibt verboten. Justizministerin Sam Tanson betonte die Notwendigkeit eines neuen Ansatzes und erklärte, dass die Kriminalisierung von Cannabis ein "vollständiges Versagen" gewesen sei und es an der Zeit sei, alternative Lösungen zu erkunden
Die gesetzliche Änderung in Luxemburg hat lange auf sich warten lassen und ist aus einem Koalitionsvertrag von 2018 zwischen den großen politischen Parteien hervorgegangen, der eine Entkriminalisierung und mögliche Legalisierung vorsah. Dieser Politikwechsel ist Teil eines breiteren Trends in Europa, wobei Länder wie Deutschland ebenfalls eine Legalisierung unter einem mehrstufigen Regulierungsmodell in Betracht ziehen
In Zukunft wird sich zeigen, wie sich diese Gesetzgebung auf die Gesellschaft und die Wirtschaft Luxemburgs auswirken wird. Sie könnte den Weg für weitere Reformen in der EU ebnen, während immer mehr Länder Luxemburgs Ansatz beobachten. Die Änderung hebt auch die wachsende Akzeptanz von Cannabis in Europa hervor, was potenziell zukünftige politische Entscheidungen auf dem Kontinent beeinflussen könnte