
Niederländisches Gericht weist Klage über 900 Millionen Euro gegen Allergan ab
Die Richter in Amsterdam haben eine Klage über 900 Millionen Euro gegen Allergan wegen Gesundheitsrisiken von Brustimplantaten abgewiesen und auf unzureichende Beweise für einen Zusammenhang verwiesen
Key Points
- 1Amsterdamer Gericht weist Klage über 900 Millionen Euro gegen Allergan ab
- 2Die Klage betraf 60.000 Frauen mit Allergans Biocell-Implantaten
- 3Unzureichende Beweise für einen Zusammenhang zwischen Implantaten und Gesundheitsproblemen gefunden
- 4Bureau Clara Wichmann könnte weitere rechtliche Schritte einleiten
- 5Stiftung wurde angeordnet, Allergans Rechtskosten von 39.000 Euro zu zahlen
In einer bedeutenden rechtlichen Entscheidung haben Richter in Amsterdam eine Klage über 900 Millionen Euro gegen das Pharmaunternehmen Allergan, das jetzt zu AbbVie gehört, abgewiesen. Die Klage wurde von der Frauenrechtsgruppe Bureau Clara Wichmann im Namen von etwa 60.000 niederländischen Frauen eingereicht, die vor dem Rückzug der Biocell-Brustimplantate von Allergan im Jahr 2019 diese erhalten hatten. Die Gruppe forderte Schadensersatz für die Kosten der Entfernung und Rekonstruktion sowie Entschädigung für Schmerzen, Krankheiten und langfristige Gesundheitsprobleme
Das Gericht kam zu dem Schluss, dass es nicht genügend wissenschaftliche Beweise gab, um einen ursächlichen Zusammenhang zwischen den texturierten Brustimplantaten und den von den Frauen berichteten Autoimmunbeschwerden herzustellen. Diese Entscheidung wurde durch aktuelle Forschungen des niederländischen Krebszentrums Antoni van Leeuwenhoek unterstützt, die ebenfalls keinen Zusammenhang fanden. Infolgedessen entschieden die Richter, dass Allergan nicht für die Gesundheitsprobleme der Frauen verantwortlich gemacht werden kann
Nach dem Urteil äußerte Bureau Clara Wichmann Enttäuschung und argumentierte, dass die Entscheidung dem europäischen Recht widerspricht. Die Gruppe prüft derzeit mögliche rechtliche Schritte als Reaktion auf das Urteil. Darüber hinaus wurde die Stiftung angeordnet, die Rechtskosten von Allergan in Höhe von fast 39.000 Euro zu übernehmen