
Uruguay erwägt den Verkauf von Cannabis an Touristen: Ein Schritt zur Erweiterung des legalen Marktes
Uruguay erwägt, Touristen den Kauf von legalem Cannabis zu ermöglichen, ein Schritt, der den formalen Markt stärken und illegale Verkäufe reduzieren könnte. Diese Änderung würde eine bedeutende Erweiterung des Pioniermodells der Cannabisregulierung Uruguays darstellen
Key Points
- 1Uruguay erwägt, Touristen den Kauf von legalem Cannabis zu ermöglichen
- 2Der Schritt zielt darauf ab, den formalen Markt zu stärken und illegale Verkäufe zu reduzieren
- 3Die aktuellen Vorschriften beschränken den Verkauf auf Staatsbürger und Dauerresidenten
- 4Potenzielle wirtschaftliche Vorteile umfassen erhöhten Tourismus und staatliche Einnahmen
- 5Vorgeschlagene Änderungen könnten neue Verkaufszentren über Apotheken hinaus umfassen
Uruguay zieht eine bedeutende Änderung seiner Cannabis-Politik in Betracht, indem es möglicherweise Nichtansässigen und Touristen über 18 Jahren den Kauf von legalem Cannabis erlaubt. Dieser Schritt, der von Martín Rodríguez, dem Exekutivdirektor des Instituts für Regulierung und Kontrolle von Cannabis (IRCCA), bestätigt wurde, zielt darauf ab, den formalen Cannabismarkt zu stärken und den Einfluss des illegalen Handels zu verringern. Das derzeitige System beschränkt den Verkauf von Cannabis auf uruguayische Staatsbürger oder Personen mit dauerhaftem Wohnsitz, was den Zugang zu einem gut regulierten Markt, der vier verschiedene Cannabissorten anbietet, einschränkt
Uruguay ist seit langem ein Pionier in der Cannabisregulierung und hat 2013 unter Präsident José Mujica den weltweit ersten staatlich kontrollierten Cannabismarkt eingerichtet. Der rechtliche Rahmen des Landes umfasst ein Netzwerk von Clubs, Apotheken und Möglichkeiten zum Eigenanbau, alles untermauert von einer Philosophie der Schadensminderung und staatlichen Aufsicht. Trotz dieser Erfolge erkennt Rodríguez an, dass das derzeitige System ein Plateau erreicht hat und nicht in der Lage ist, illegale Verkäufe weiter zu reduzieren oder bestehende Zugangslücken ohne zusätzliche Reformen zu schließen
Die potenzielle Ausweitung des Verkaufs von Cannabis an Touristen geht nicht nur darum, den Tourismus zu fördern. Viele Nichtansässige, wie saisonale Besucher oder solche, die aus familiären oder beruflichen Gründen reisen, haben derzeit keinen Zugang zu legalem Cannabis. Diese Ausschluss führt oft dazu, dass sie sich dem Schwarzmarkt zuwenden. Rodríguez betont die Bedeutung der Integration von Ausländern in das regulierte System, um ihre Abhängigkeit von unregulierten Quellen zu verhindern, was den ursprünglichen Zielen der uruguayischen Cannabsgesetze widerspricht
Das Konzept des Cannabistourismus könnte die uruguayische Wirtschaft erheblich stärken, indem es mehr Besucher anzieht und die staatlichen Einnahmen erhöht. Erfolgreiche Modelle aus Regionen wie Kalifornien und Colorado zeigen die wirtschaftlichen Vorteile auf, die sich aus dem Verkauf von Cannabis an Touristen ergeben, einschließlich einer erhöhten Aktivität im Gastgewerbe und im Kulturbereich. Trotz dieser potenziellen Vorteile hat Uruguay seine Gesetze noch nicht geändert, um Nichtansässigen den Zugang zu ermöglichen, ein Schritt, der seinen Pionierstatus in der Cannabisregulierung weiter festigen könnte
Im Jahr 2022 wurde ein parlamentarischer Gesetzentwurf vorgeschlagen, der Nichtansässigen den Zugang zum uruguayischen Cannabismarkt ermöglichen sollte, was innerhalb der Regierung zu Debatten führte. Der Vorschlag schätzte, dass die Erlaubnis für Touristen, Cannabis zu kaufen, die jährliche Nachfrage um etwa 1.470 Kilogramm erhöhen könnte. Ein politischer Konsens bleibt jedoch schwer fassbar, da einige Gesetzgeber für einen gleichberechtigten Zugang plädieren, während andere Bedenken hinsichtlich einer Markterweiterung äußern
Die laufenden Diskussionen konzentrieren sich nun auf mögliche legislative Änderungen, die den Verkauf von Cannabis über Apotheken hinaus ermöglichen würden, möglicherweise durch neue Verkaufszentren oder Partnerschaften mit Tourismusunternehmen. Diese Vorschläge zielen darauf ab, bestehende Ungleichheiten zu korrigieren und die lokale Wirtschaft zu stärken. Unter der neuen Verwaltung von Yamandú Orsi hat das IRCCA die Aufgabe, diese Ideen in umsetzbare Politiken zu verwandeln, die schließlich den uruguayischen Cannabismarkt für Touristen öffnen könnten
Während Uruguay diese komplexen regulatorischen Gewässer navigiert, bleibt die Frage, ob 2025 das Jahr sein wird, in dem der Cannabistourismus Realität wird und nicht nur ein gesetzgeberisches Versprechen bleibt. Sollte es dem Land gelingen, Touristen in seinen Cannabismarkt zu integrieren, würde es nicht nur sein Regulierungsmodell stärken, sondern auch als globales Beispiel dafür dienen, wie man den Zugang zu legalem Cannabis effektiv verwalten und erweitern kann